Zertifizierung gemäß pCC inkl. KTQ - Ein Gütesiegel für Qualität
Als zweites Krankenhaus in Wien wird das St. Josef-Krankenhaus im Qualitätsmanagement gemäß pCC inkl. KTQ vollzertifiziert.
Das St. Josef - Krankenhaus hat all seine Leistungen und Abläufe von externen Experten durchleuchten lassen. Die internationalen Prüfer stellen dem Krankenhaus dabei ein hervorragendes Zeugnis aus – sowohl für Fachkompetenz als auch für persönliche Zu-wendung.
Das Ordensspital darf sich nun „erfolgreich zertifiziert gemäß proCumCert (pCC) inklusive KTQ“ nennen. Das bedeutet, dass nach internationalen Top-Standards sowohl die Qualität der Leistungen und der Abläufe als auch die im Spital gelebten Werte geprüft wurden.
„Wir wollten unseren Patienten einen Beweis dafür bieten, dass wir Medizin mit Qualität und Seele bieten. Wir haben jetzt das Qualitätssiegel bekommen; in der Vorbereitung dafür haben wir unsere Prozesse überprüft und vieles verbessert - das war die Anstrengung wert“, so Dr. Gerhard Knor, Geschäftsführer des Krankenhauses, mit Stolz.
Mehr als ein Jahr Vorbereitung war nötig, bis im November 2009 die sogenannten Visitoren, die Prüfer der Zertifizierungsstellen aus Deutschland anreisten und eine Woche lang alle Stationen und Bereiche des Hauses ihrer Bewertung unterzogen.
Großer Pluspunkt: Risikomanagement- und Feedbacksystem, gelebte christliche Werte, persönliche Zuwendung
Die Zertifizierung ist als Bestätigung für das hohe Niveau an Qualitätsarbeit und als Ver-trauensanker für die Patienten zu sehen. Die Stärken des Krankenhauses werden in einem ersten Resumee der Prüfer entsprechend hervorgehoben: Die spürbar gute interdis-ziplinäre und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit, gesicherte tägliche Visiten für alle Patienten, die umfassende Planung und Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Leistungen mit entsprechender IT-Unterstützung, klare Führungsstrukturen, Personal- und Führungskräfteentwicklung sowie die Klinische Psychologie und die Krankenhausseelsorge, die durch ausreichendes Personal im Spital fest verankert sind und die Werteentwicklung sowie ethische Entscheidungen mitbestimmen.
Besondere Anerkennung gab es für das sehr gut funktionierende Risiko- und Notfallmanagement und die die Nutzung von Befragungen, Meldesystemen für Beinahe-Fehler, Beschwerden und Verbesserungsvorschläge und Benchmarks zur Qualitätssicherung. „Jedes Krankenhaus muss eine lernende Organisation sein, wir gewinnen durch die Rückmeldungen von Mitarbeitern und Patienten. Gutes Feedbackmanagement bringt wieder mehr Qualität und Sicherheit für die Patienten“, so Dr. Ulrich Schmidbauer, Projektleiter der Zertifizierung.
Zertifizierung nach proCum Cert inkl. KTQ
Die KTQ-Zertifizierung ist ein krankenhausspezifisches Zertifizierungsverfahren, initiiert und getragen von den Institutionen des deutschen Gesundheitswesens(Bundesärztekammer, Krankenhausgesellschaft, Pflegerat, gesetzliche Krankenversicherungen). Das Verfahren ist eine Kombination aus Fremd- und Selbstbewertung nach – von Krankenhauspraktikern – entwickelten Kriterien (s. „Die neun Kategorien“).
ProCumCert ist speziell für konfessionelle Krankenhäuser entwickelt worden, auf Initiative des Katholischen sowie des Evangelischen Krankenhausverbands Deutschlands. Ziel ist, christliche Werte in das Qualitätsma-nagement mit einzubeziehen. Das kombinierte pCC-KTQ-Zertifikat ist damit ein offizielles Gütesiegel für Me-dizin mit Qualität und Seele.
Die neun Kategorien für die Zertifizierung nach proCum Cert inkl. KTQ:
1. Patientenorientierung: Behandlungs- und Therapieprozesse inkl. umfassender Aufklärung, Patienten-wohl, verantwortungsvolles Entlassungsmanagement, Räumliche Orientierung im Krankenhaus
2. Mitarbeiterorientierung: Personalplanung, Weiterbildung, Förderung der ethischen Kompetenz
3. Sicherheit im Krankenhaus: Arbeits- und Brandschutz, Katastrophenschutz, Hygienerichtlinien
4. Informationswesen: Datenschutz, Regelungen bei Informationsweitergabe, Dokumentation
5. Krankenhausführung: Christliche Unternehmenskultur, wertschätzende Personalführung
6. Qualitätsmanagement: Ständige Verbesserung der Qualität z. B. durch Berücksichtigung von Patienten-anliegen, Qualitätssicherung durch interne und externe Vergleiche, Befragungen und Audits
7. Seelsorge im kirchlichen Krankenhaus: Möglichkeiten des vertraulichen Gesprächs von Seelsorgern mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern, Integration der Seelsorge in den Behandlungsprozess
8. Verantwortung gegenüber der Gesellschaft: Ausbildungs- und Praktikumsplätze im Krankenhaus, eh-renamtliches und bürgerliches Engagement
9. Trägerverantwortung: Strategie und Führung des Krankenhausträgers ist von christlichen Grundwerten geprägt


