Achalasie – seltene Erkrankung der Speiseröhre

28.02.2022

Laut EU gelten Erkrankungen dann als selten, wenn acht Prozent der Bevölkerung oder weniger darunter leiden. Das betrifft etwa 6.000 bis 8.000 Krankheitsbilder. „Achalasie ist eine sehr seltene Erkrankung der Speiseröhre und wird deshalb oft nicht richtig erkannt“, weiß Primar Univ.-Prof. Dr. Johannes Zacherl, Leiter des Zentrums für Speiseröhren- und Magenchirurgie im St. Josef Krankenhaus Wien. Tatsächlich ist weniger als 1 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Die meisten Personen erkranken zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.


Ungeklärte Ursachen und umfangreiche Beschwerden
Achalasie ist eine chronische Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine seltene Funktionsstörung der Speiseröhre, wodurch Nahrung kaum mehr in den Magen transportiert werden kann. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass die Achalasie eine Folge von Autoimmunprozessen sein könnte, bei welcher Nervenzellen der Speiseröhre zugrunde gehen. Betroffene leiden vor allem unter Schluckbehinderungen und daraus resultierendem Gewichtsverlust, wiederkehrendem Verschlucken, Rückfluss von unverdauten Speisen, Würgereiz sowie Schmerzen im Brustkorb. Bei solchen Beschwerden ist zunächst eine Gastroskopie, also eine Magenspiegelung, unbedingt notwendig. Die Achalasie wird aber erst mit einer sogenannten Manometrie wirklich diagnostiziert: „Mithilfe dieser Druckmessung in der Speiseröhre und am Mageneingang kann man Rückschlüsse auf die Bewegungen der Speiseröhre ziehen“, erklärt Johannes Zacherl das Verfahren, das auch im St. Josef Krankenhaus Wien angeboten wird.

Nicht heilbar, aber gut behandelbar
Bleibt die Achalasie unbehandelt, kann es zu weiteren Schäden an der Speiseröhre kommen, die schließlich zu einer sackartigen Erweiterung des Organs und zunehmend großen Schluckbehinderungen führen. Je weiter fortgeschritten die Erkrankung ist, desto schwieriger ist ihre Behandlung. „Auch wenn die Achalasie nicht heilbar ist, kann man sie doch gut behandeln“, betont jedoch Primarius Zacherl. Die Möglichkeiten reichen von Medikamenten über die Aufdehnung des Schließmuskels bis zu minimal-invasiven Operationen wie der sogenannten Myotomie. Das St. Josef Krankenhaus Wien begleitet Betroffene von der Diagnose durch die ganze Behandlung. Ist die passende Therapieform gefunden, können sie anschließend meist ein nahezu beschwerdefreies Leben führen.

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